Norbert Barthle zum Jubiläum „30 Jahre Mauerfall“

Erstellt am: 08.11.2019 – Geändert am: 08.11.2019

Brandt hatte recht – seit 30 Jahren wächst zusammen, was zusammengehört

Am Samstag jährt sich zum 30. Mal eines der glücklichsten Ereignisse der jüngeren deutschen Geschichte: Am 9. November 1989 sprach Günter Schabowski in Ostberlin die berühmten Worte, kurz darauf kapitulierten die Grenztruppen am Grenzübergang ‚Bornholmer Straße‘ und öffneten die Schlagbäume – die Mauer war gefallen! „Ich glaube, dass jeder von uns beim Stichwort ‚Mauerfall‘ sofort Bilder vor seinem inneren Auge aufziehen sieht: lachende Menschen, weinende Menschen, Sektflaschen, Trabbis, tanzende Menschen auf der Mauer,“ schildert der Staatssekretär und Bundestagsabgeordnete Norbert Barthle seine Erinnerungen an den Mauerfall. „Bei all den Mühen der Ebene, die das Zusammenwachsen von Ost und West mit sich brachte und noch mit sich bringt, tut es gut, sich ab und zu an diese Bilder und die Gefühle damals zu erinnern. Altkanzler Willy Brandt hatte es damals auf den Punkt gebracht: Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört.“

Weiter schreibt Barthle:

„Heute wissen wir, dass dieses Zusammenwachsen länger gedauert hat als erwartet, dass die Betriebe in der früheren DDR in einem schlechteren Zustand waren als gedacht, dass es aber letztlich doch zu den ‚blühenden Landschaften‘ gekommen ist, die der ‚Kanzler der Einheit‘, Helmut Kohl, vorhergesehen hatte. Wir haben Begriffe wie ‚Besserwessi‘ und ‚Jammerossi‘ kommen und – Gott sei Dank – wieder gehen sehen. Für viele Ältere, auch für mich, gibt es die ‚neuen Bundesländer‘ noch – aber betrachte ich die Generation meiner Söhne, dann ist den jungen Menschen diese Sichtweise fremd. Für diese Generation ist die letzte Zeile unserer Nationalhymne eine Selbstverständlichkeit: ‚Deutschland, einig Vaterland!‘ Dafür dürfen wir dankbar sein.“



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