Erleichterungen für viele Steuerzahler beschlossen!

Erstellt am: 16.12.2020 – Geändert am: 23.12.2020

Norbert Barthle zum heute verabschiedeten Jahressteuergesetz 2020

Der Deutsche Bundestag hat am heutigen 15. Dezember 2020 das Jahressteuergesetz 2020 verabschiedet. Über die Details informiert der Staatssekretär und Bundestagsabgeordnete Norbert Barthle:

„Im Jahressteuergesetz 2020 konnte die Union im parlamentarischen Verfahren noch viele wichtige Akzente setzen. Die Verdopplung des Entlastungsbetrags für Alleinerziehende auf 4008 Euro gilt nun über 2021 hinaus. Auch die einmalige Steuerbefreiung für den Corona-Bonus in Höhe von 1.500 Euro wurde um sechs Monate bis 30. Juni 2021 verlängert.“

Im Kampf gegen die Steuerhinterziehung sei ein wichtiger Schritt gelungen. Denn mit dem Jahressteuergesetz werde die Verjährungsfrist zur Verfolgung schwerer Steuerhinterziehung von 10 auf 15 Jahre verlängert. „Dies ist richtig und wichtig, denn es drohte, dass Cum-Ex-Straftäter straffrei davonkommen. Darüber hinaus ist es zukünftig möglich, auch bereits verjährte Taterträge aus Fällen der Steuerhinterziehung in großem Ausmaß einzuziehen. Das bedeutet, dass Erträge aus schwerer Steuerhinterziehung auch nach der strafrechtlichen Verjährung noch zurückgeholt werden,“ erläutert Barthle.

Mit der Schaffung einer Homeoffice-Pauschale, Erleichterungen bei der verbilligten Wohnraumvermietung und Steuerfreiheit der sog. Outplacement-Beratung haben wir weitere wichtige Entlastungen geschaffen.

Barthle: „Ein wichtiger Teil des Jahressteuergesetzes ist auch das Ehrenamtspaket mit vielen wichtigen Entlastungen für Ehrenamtliche und Vereine. Durch Steuerentlastungen und Bürokratieabbau wollen wir die unverzichtbare Arbeit unserer Ehrenämtler erleichtern. Damit bringen wir auch unseren großen Respekt vor diesem Engagement zum Ausdruck. Der Einsatz für andere hält unsere Gesellschaft zusammen. Wie unter einem Brennglas zeigt sich das jetzt in der Krise!“

 

Konkret wurden u. a. folgende Re-gelungen beschlossen:

1) Erhöhung der Übungsleiterpauschale von 2.400 auf 3.000 Euro im Jahr

Von der Übungsleiterpauschale profitieren nebenberufliche Tätigkeiten als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder vergleichbare Tätigkeiten. Darunter fallen auch Übungsleiter in Sportvereinen oder nebenberufliche Dozenten an Volkshochschulen, Fachhochschulen und Universitäten. Neben der Steuerfreiheit der Einnahmen sind diese auch nicht sozialversicherungspflichtig.

 

2) Erhöhung der Ehrenamtspauschale von 720 auf 840 Euro im Jahr

Die Ehrenamtspauschale z.B. für Kassierer, Abteilungsleiter oder den Platzwart ermöglicht die Zahlung von pauschalen Aufwandsentschädigungen nach § 3 Nr. 26a EStG ohne Einzelnachweis in Höhe von bis zu 720 Euro pro Jahr, die weder beim Verein noch beim Empfänger zu steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Konsequenzen führen. Dieser Betrag wird nun auf 840 € pro Jahr erhöht.

 

3) Anhebung der Freigrenze für die Einnahmen aus einer wirtschaftlichen Betätigung einer gemeinnützigen Organisation auf 45.000 Euro

Liegt ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb vor, unterliegen die hie-raus erzielten Einnahmen eines gemeinnützigen Vereins der Besteuerung. Dies gilt jedoch nur, wenn die Einnahmen die aktuelle Freigrenze von 35.000 Euro im Jahr übersteigen. Wird die Freigrenze nicht überschritten, sind die gesamten Einnahmen nicht steuerpflichtig.

 

4) Vereinfachter Zuwendungsnachweis bis 300 Euro

Die derzeitige 200-Euro-Grenze gilt bereits seit dem Veranlagungs-zeitraum 2007. Dies wollen wir ändern. Bis zu diesem Betrag reicht in der Regel ein Zahlbeleg oder Kontoauszug als Spendennachweis aus.

 

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von weiteren Verbesserungen für gemeinnützige Organisationen: So wird z. B. die Pflicht zur zeitnahen Mittelverwendung für kleine Körperschaften abgeschafft und die Mittelweitergabe unter gemeinnützigen Organisationen rechtssicher ausgestaltet.

Die Regelungen sollen am Freitag vom Bundesrat beschlossen werden und können dann zum Jahresbeginn 2021 in Kraft treten.

 Auch für die Land- und Forstwirte konnten wichtige Verbesserungen erreicht werden. Mit der Anhebung einer Gewinngrenze sei es ermöglicht worden, dass die vielen Zukunftsbetriebe im Bereich der Land- und Forstwirtschaft den Investitionsabzugsbetrag noch besser nutzen können.



Zurück